Eine hysterieschürende, aber immerhin patentbasierte Vermutung: iTablet = iMac.

Mo, Jan 25, 2010

Menschen, Web, Zukunft Autor: Sascha Lobo

Kürzlich sah ich zufällig auf Twitter, dieser Twundertüte des Internet, einen Link zu einem Artikel über ein paar Applepatente von Januar 2008. Er enthielt auch die in den USA veröffentlichungspflichtigen, typischen Zeichnungen im klassischen Vorschulstyle. Voilá:
apple_patentzeichnungen
Heute dann las ich eine Meldung auf TechCrunch, dem vermutwilligen Zentralorgan der Technologieverherrlichung: Steve Jobs habe gesagt, dass das Tablet das wichtigste Ding sei, das er je getan habe. Soweit ersteinmal die ganz normale Hyperhysterie wie vor jedem Appleevent, die sich für Fans ja auch dann nachträglich berechtigt anfühlen würde, wenn etwa das iPhone einen Wechselakku bekäme (”Wechselakku! Wahnsinn, irre, genial, usw.”). Dann aber mal kurz so getan, als hingen das iTablet und diese Zeichnung zusammen und als hätte Jobs tatsächlich so etwas gesagt. Und als würde meine Einlassung von vor ein paar Wochen ebenfalls Hand und Fuss haben, dass mit dem iTablet auch iTunes für Textinhalte eingeführt würde, sprich iTunes und Safari verschmelzen würden.

Was würde sich ergeben? Die nächste Vermutung, nämlich, dass Steve Jobs am Mittwoch neue iMacs vorstellt. Und dass iMacs in Zukunft einen herausnehmbaren Touchscreen haben, der identisch ist mit dem iTablet.

Was würde das bedeuten? Es würde bedeuten, dass das Jobs-Zitat richtig wäre, auch angesichts von iPod und iPhone und allem, was dran hängt. Es hätte – einen iMac-ähnlichen Erfolg vorausgesetzt – das Potenzial, das Internet umzukrempeln, auf eine Weise, die Christian Stöcker auf Spiegel Online kürzlich anriss. Denn auf diese hard- und software verbindende Weise, einen Desktop- und Tablet-Hybriden zu schaffen, könnte es gelingen, das mobile und das normale Internet im Sinne des Unternehmers Jobs und seiner Closed-Shop-Philosophie zu vereinen. Mit anderen Worten: das Internet würde völlig verAppen. Und je nach Ausgestaltung des Betriebssystems (für das sicher ebenfalls ein Update präsentiert werden wird) mag das tatsächlich das “most important thing I’ve ever done” (angebl. Steve Jobs) sein. Denn bei “important” schwingt ja keine Wertung mit. Ob es sich also um die wichtigste Katastrophe für das freie Netz oder die wichtigste technologische Segnung der Neuzeit handeln wird, steht dann vermutlich im Kleingedruckten der Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Apple.

30 Responses to “Eine hysterieschürende, aber immerhin patentbasierte Vermutung: iTablet = iMac.”

  1. Mirko Lange
    Mirko Lange Says:

    RT @saschalobo: Ein gewitzt hysterischer Schuß ins Blaue: Stimmt ab Mittwoch die Formel iTablet = iMac? http://1.ly/itablet_imac #webciety

  2. Sascha Lobo
    Sascha Lobo Says:

    Ein gewitzt hysterischer Schuß ins Blaue: Stimmt ab Mittwoch die Formel iTablet = iMac? http://1.ly/itablet_imac #webciety

  3. Stefan Wild
    Stefan Wild Says:

    Das ist auch meine Vermutung zum Apple Tablet:
    http://twitter.com/stefanwild/status/8028333779

  4. Christian Leu
    Christian Leu Says:

    Wow. Das würde mir mein Problem iMac oder MacBook Pro lösen. Anderseits finde ich es schon toll dass Leute Wechselakkus voraussehen wenn Apple kontinuierlich bei allen neuen Geräte die Akkus fix einbaut. Im Endeffekt spart man durch fest eingebaute Akkus nämlich viel Platz und teure Mechanismen zum ausbauen. Würde mich wundern wenn Apple nun wieder in die andere Richtung marschiert.

  5. Wolfgang Müller
    Wolfgang Müller Says:

    Eine hysterieschürende, aber immerhin patentbasierte Vermutung: iTablet = iMac. | webciety http://bit.ly/88PYh0

  6. Raventhird
    Raventhird Says:

    Das ist jetzt der zweite Artikel, den ich hier bewusst lese. Und zum zweiten Mal wird eine völlig aus der Luft gegriffene Vision eines Bezahlinternets unter der Fuchtel von Apple an die Wand gemalt, diesesmal noch viel diffuser als bei dem anderen Artikel. Was wollt ihr uns damit sagen, Leute?

  7. saschalobo
    Sascha Lobo Says:

    Da beide Artikel von mir sind, Raventhird, bedeutet das, dass ich mich mit kritisch distanzierter Begeisterung an Apples Vermutungsspielchen beteilige, weil ich – neben einer gewissen Faszination für Technologie – auch gerne mal im Mac-Lotto gewinnen würde. Will sagen, am Mittwoch gern behaupten möchte: “Ich hab’s geahnt!”.

  8. bemme51
    bemme51 Says:

    Klingt nach Lenovo’s IdeaPad U1 … bloß eben von Apple. Am Ende machen sie doch alle dasselbe. Der eine schwarz, der andere weiss, der nächste rot. #popcorn

  9. Thorsten
    Thorsten Says:

    Wie sollte Apple denn mit einem wie auch immer genannten Tablet so viel Marktmacht bekommen um das ganze Internet zu “verAppen”?

    Und selbst wenn: warum der App-Amrkt etwas schlechtes sein sollte, will sich mir auch nach 2maligen Lesen des erwähnten Spiegel-Artikels nicht erschließen.

  10. Stefan
    Stefan Says:

    RT @saschalobo: Ein gewitzt hysterischer Schuß ins Blaue: Stimmt ab Mittwoch die Formel iTablet = iMac? http://1.ly/itablet_imac #webciety

  11. Brett
    Brett Says:

    @raventhird Nein, “Bezahlinternet” natürlich nicht. Aber Bezahl-Content, der nur über Apple ausgeliefert wird, so dass Apple das “Erbe” der Händler der alten Medien antritt (Bücher, TV, Broschüren und Zeitschriften), so wie Apple schon als Musik-Händler recht erfolgreich ist. Das wäre möglich und von so etwas träumt Steve Jobs natürlich. Diese Strategie kann gelingen – und nur dann gelingen – wenn sich das Content-Tablett mit den entsprechenden Funktionen sehr rasant dursetzt, schneller als Konkurrenzangebote exklusive Nutzungen aufbaut und gewissermaßen zum Standard wird.
    Mir fehlt da der Glaube. Unter anderem wegen dem Mangel an Akku-Kapazität. Das wird mal wieder die große Schwachstelle sein. Wenn ich mir einerseits die Größe des Screens ansehe und andererseits die flache Bauweise – ob das Ding viel länger als 1 Stunde ohne Netzanschluss auskommt? Es sei denn … es wäre eine der ersten Anwendungen mit Schnellade-Akku, so dass die Geschichte in 5 Minuten wieder transportabel ist. Ansonsten aber weiß ich nicht so recht, welche Vorteile das Teil haben soll außer dass es mal wieder so verführerisch aussieht. Ich habe noch nichts entdeckt, weswegen ich es mir anschaffen müsste. Meine Söhne wohl auch nicht. Bisher entdecke ich nicht mehr als “Spielzeugcharakter” (was ja nicht gegen Markterfolg spräche).
    Aber schauen wir mal. Wir werden sehen …

  12. Dieter
    Dieter Says:

    Schön geschrieben Sascha, aber damit löst du höchstens ein Ticket für die Apple Lotterie 2015! ;)
    Es ist schlicht zu früh, für ein “All-in-One” Device.
    Zuerst will mal Geld mit nem größeren iPhone verdient werden!

  13. saschalobo
    Sascha Lobo Says:

    Thorsten, die Marktmacht bestünde für den Anfang aus zwei erprobten Komponenten: 1) den 100 Millionen zum Großteil mit Kreditkartendaten registrierten Nutzern von iTunes und 2) der Fähigkeit von Apple, Produkthysterie in Marktanteile umzuwandeln (siehe iPhone).

    Abgesehen davon haben natürlich alle Recht, die “böööh, Vermutung, Quatsch, bla” schreien, die haben ja fast immer Recht.

  14. saschalobo
    Sascha Lobo Says:

    Ah, @stefanwild – es kann gut sein, dass Dein Tweet derjenige war, der mich zu diesem Artikel geleitet hat. Hatte leider vergessen, ihn zu faven/bookmarken – danke nachträglich.

  15. Jörg Kremer
    Jörg Kremer Says:

    Ich halte das neue Produkt, wie auch immer es im Detail aussehen wird, für den finalen Geniestreich des Mr. Jobs. Danach kann er sich ruhig nach hinten lehnen und den Markt milde lächelnd betrachten.

    Es wird viele Branchen geben, besonders in den Medien, die nur mit diesem Produkt von Apple überleben können. Deshalb werden sie alle es lieben und größer machen. Direkt und indirekt.

  16. Benno
    Benno Says:

    “Und dass iMacs in Zukunft einen herausnehmbaren Touchscreen haben, der identisch ist mit dem iTablet.”

    Mit Verlaub, was soll denn das heißen? Das wäre dann kein iMac, sondern nichts weiter als eine Halterung für das iSlate. So what?

  17. Christoph Salzig
    Christoph Salzig Says:

    Guck' an… RT @DirkBeckmann: Eine hysterieschürende, aber patentbasierte Vermutung: iTablet = iMac http://bit.ly/88PYh0 (via @saschalobo)

  18. saschalobo
    Sascha Lobo Says:

    Naja. Eine Halterung, die etwa ein Laufwerk enthalten könnte, zusätzliche Anschlüsse, Tastatur- und Maus-Möglichkeiten und so weiter, ich sollte mir abgewöhnen, auf Leute zu antworten, die ihre Beiträge mit “so what” abschliessen, da kommt nichts Gutes bei heraus.

  19. Benno
    Benno Says:

    Ach, Lobolino, ich danke für die Antwort. Allein, überzeugen tut mich das nicht. Dass es so etwas wie eine Halterung mit entsprechenden Features zur besseren Usability in diversen Softwareumgebungen geben wird: geschenkt. Aber mit dem iMac hat das nichts zu tun.

  20. Joewe
    Joewe Says:

    Also ein iTablet mit einer in die Tastatur integrierte Dockingstation. Oder Dockingstation mit integrierter Tastatur?

    Sinn machen würd das schon. Hab ich so ähnlich aber schon. Unterwegs mein Dell 11z, zuhause nur den USB-Hub (eigentlich zwei) anstöpseln, und schon sind Maus, DVD, externe Platten, DVB-T und 5.1-Sound am Start. Dazu noch den 24″ Moni, der geht leider nicht über USB (bei Aiptek gibts einen Beamer, der über USB geht, aber wie viele Nerds nicht tageslichttauglich ist)

    Und das Beste: alles bezahlbar. Für den ganzen Kram hab ich, trotz bester Komponenten, zusammen so wenig bezahlt, dafür hätt ich nicht mal ein iBook gekriegt, und ich meine das kleine…

  21. Kreuzfahrtinspektor
    Kreuzfahrtinspektor Says:

    Das lese ich so das erste mal – aber weder unlogisch, noch undenkbar, noch unsinnig. Zumal beim iMac hinsichtlich der Weiterentwicklung im Kern kaum noch was drin ist. Platt wie ne Flunder ist das Gerät ja schon… Also meinen Daumen hat/hätte Apple dafür, allein schon deswegen weil man sich dann nicht für eins der beiden Geräte entscheiden müsste, gesetzt den Fall man ist nicht ausreichend solvent und/oder will trotzdem beide Gerät (iMac+Tablet) auf einmal.

  22. Benno
    Benno Says:

    @Kreuzfahrtinspektor: Ah ja, “weder unlogisch noch unsinnig”. Und Apple bietet das iSlate dann gestaffelt in den Größen von 13″ bis 27″, damit für jeden was dabei ist. Welchen bestellen Sie?

  23. Kreuzfahrtinspektor
    Kreuzfahrtinspektor Says:

    Den Größten! Wo ist denn das Problem, die Player gibts doch auch in unterschiedlichen physischen und technischen Dimensionen. Und wo bringen Sie iPod, iTablet, iMac und iPhone + X unter wenn man die Kette so weiterdenkt? However, für den Fall, Apple wird sich schon was einfallen lassen.

  24. Joewe
    Joewe Says:

    @Benno: dann nehm ich auch den 27″. Bin gespannt, was mein Rucksackschneider dazu sagt

  25. Joewe
    Joewe Says:

    … und mein Orthopäde

  26. Thomas
    Thomas Says:

    Siehe dazu auch «Maxvoltar – Dreaming of an Apple Tablet»
    http://maxvoltar.com/archive/dreaming-of-an-apple-tablet

  27. Jonathan
    Jonathan Says:

    Ohne die vorangegangenen Statements gelesen zu haben (ohoh) muss ich mich zu oben dargestellten Bild ganz dringend äußern; was ihr dort seht ist mit nichten ein iMac mit herausnehmbarem Touchscreen sondern ein iMac mit MacBookeinfülldingens. Das wurde vor 2 Jahren oder so auch schon in irgendsoner MacZeitung (Macworld?) gezeigt. Nix Tablet
    iSlate wir werden dich übermorgen kaufen. xD
    Recht herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit. Auf Wiedersehen

  28. peter brodmeier
    peter brodmeier Says:

    warum sollte ich einen bauartbedingt langsamen rechner (book, slate) in einen eigentlich viel schnelleren desktop-rechner stecken? und das in zeiten des cloud-computings? slate in der firma, imac zuhause nicht arbeitsfähig? slate kaputt, imac hat urlaub?

  29. Raventhird
    Raventhird Says:

    “@raventhird Nein, “Bezahlinternet” natürlich nicht. Aber Bezahl-Content, der nur über Apple ausgeliefert wird, so dass Apple das “Erbe” der Händler der alten Medien antritt (Bücher, TV, Broschüren und Zeitschriften), so wie Apple schon als Musik-Händler recht erfolgreich ist.”

    @Brett: Gegen diese Konstellation hätte ich gar nicht, ganz im Gegenteil: Ich bin davon überzeugt, dass auf einem kommenden Apple-Tablet diverse Zeitschriften und Printprodukte in einer App- und gleichermaßen Abo-artigen Form sehr erfolgreich publiziert werden. Aber “Mit anderen Worten: das Internet würde völlig verAppen” und “iTunes und Safari verschmelzen”, sind, @sascha, völlig andere Kaliber dessen, was man sich so vorstellen kann, wenn man grade nen Artikel schreibt, in dem man aus den Wolken lesen muss, weil schlichtweg nichts bekannt ist ;) . Aber zumindest bin ich mir sicher, dass Apple auch gerne in die Richtung denkt und die Vorstellung mag, dass jede Webseite mehr oder weniger ne eigene App ist und Bonuscontent zum Kaufen über den Store anbietet.

  30. Carlo Monnée
    Carlo Monnée Says:

    Ähm – aber Apple hat doch nur massenweise 10 Zoll Touchscreens gekauft. Das ist mir für einen iMac beten to lütt…

Leave a Reply