Vor ein paar Monaten kam ich auf die Idee, auch mal eine Anwendung für ein Smartphone schreiben zu wollen. Diese Idee habe ich damals sehr schnell wieder verworfen. Denn bisher war es nicht möglich, dass ein Software-Entwickler eine Anwendung schreibt, die auf jedem mobilen Betriebssystem funktioniert. Für beinahe jedes Betriebssystem (iPhone, Nokia, Blackberry, die Android-Telefone usw.) muss man eine andere Programmiersprache (wie C bzw. ObjC oder Java) beherrschen. Das kann ich nicht und das will ich auch gar nicht können.
Eine Möglichkeit, Anwendungen gleichzeitig für alle Betriebssysteme zugänglich zu machen, bestand in der Vergangenheit darin, sich bei der Programmierung auf serverseitige “Sprachen” wie php oder HTML zu beschränken, damit sie von einem normalen Webbrowser verarbeitet werden können. Mit Phonegap kann man mithilfe von JavaScript, HTML und CSS Anwendungen für mobile Geräte entwickeln (wie es die Jungs von Uxebu mit ihrer EventNinja-App gemacht haben). Und HTML 5 wird es möglich machen, browserbasierte Anwendungen zu erstellen.
Wirklich schicke Klickibunti-Apps mit Multitouch und anderem Pipapo sind mit diesen Techniken und Tools allerdings nicht umzusetzen.
Adobe wird dieses Problem jetzt hoffentlich lösen.
Denn Adobe hat gestern auf dem Mobile World Congress den Flash Player 10.1 und Adobe AIR für Android angekündigt.
Adobe AIR ist eine plattformunabhängige Umgebung, mit der Web-Anwendungen erstellt werden können, die sich wie Desktop-Programme verwenden lassen. (Zu den bekannteren Adobe-AIR-Apps gehören die Twitterclients “Tweetdeck” und “Twhirl“.) Es ist für einen Entwickler also problemlos möglich, mit einer für Adobe AIR programmierten Anwendung alle großen Betriebssysteme wie Windows, Linux oder MacOS abzudecken. Und diese Möglichkeiten soll es in Zukunft auch für die mobilen Betriebssysteme geben.
Flash 10.1, das im zweiten Quartal veröffentlicht werden soll, wird sowohl auf dem Desktop (und Desktopbrowsern) als auch auf mobilen Webbrowsern laufen. Nur nicht auf dem iPhone. Der Streit zwischen Adobe und Apple um Flash läuft nun schon seit einiger Zeit und es sieht nicht so aus, als würden iPhone-Besitzer in naher Zukunft auf eine offizielle Flash-Unterstützung hoffen können. Über den Umweg “Flash Professional CS5” werden Entwickler zukünftig dennoch auch für das iPhone programmieren können, denn die Software von Adobe wird eine Möglichkeit bieten, Flash-Anwendungen für das iPhone sowie das iPad zu kompilieren.
[Update: Kurzen Teilabsatz zu Phonegap, EventNinja und HTML 5 hinzugefügt.]

Mo, Feb 15, 2010
Mobile, Software, Zukunft Autor: Björn Schulze