Text 2.0

Fr, Mär 26, 2010

Software, Zukunft Autor: Björn Schulze

Imagine there were input devices which could allow text to know if and how it is being read – how would this change the reading experience?

“Wäre es nicht toll, wenn das Buch, das ich lese, jederzeit weiß an welcher Stelle ich gerade bin und mir dabei hilft, es zu verstehen oder mein Lesevergnügen zu vergrößern?” So oder ähnlich müssen ein paar Informatiker des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz gedacht haben, bevor sie mit der Entwicklung von Text 2.0 begannen.

Text 2.0 ist ein Forschungsprojekt von Ralf Biedert, Georg Buscher and Andreas Dengel. Auf der Cebit stellte die Gruppe ihre Arbeit das erste Mal einem breiten Publikum vor. Die Idee hinten dem “Blickaktiven Text” ist: Text 2.0 erkennt anhand eines Eyetrackers, was gerade gelesen wird und reagiert darauf mit diversen Hilfestellungen, die das Lesen, Verstehen und Verarbeiten von Texten erleichtern sollen.

Sound: Der Eyetracker erkennt, an welcher Stelle man sich befindet und reagiert darauf, indem beispielsweise akustische Untermalungen zum gerade Gelesenen eingespielt werden.

Übersetzungen: Versteht der Leser ein Wort nicht, wird eine Übersetzung des Begriffs angezeigt, ohne dass man dict.leo.org oder ein Wörterbuch heranziehen muss.

Begriffserklärung: Fremdwörter und Fachbegriffe werden (als eingeblendete Fußnoten) ausführlich beschrieben, erreicht man einen Begriff, der weiterer Erklärung bedarf.

Grammatik: Es werden grammatikalische Hilfen eingeblendet, z.B. Trennungsregeln für Wörter.

Lesezeichen: Verliert man den Fokus auf den Text, agiert das System als Lesezeichen und zeigt an, an welcher Stelle man das Lesen unterbrochen hatte.

Aussprache: Der Leser kann sich Wörter laut vorlesen lassen und somit lernen, sie korrekt auszusprechen.

Hervorheben relevanter Passagen: Das System erkennt, wenn man einen Text nur querliest bzw. überfliegt und blendet automatisch nur die relevanten Textstellen ein.

Die Idee zu Text 2.0 entstand, nachdem Ralf Biedert im Jahr 2007 damit begann, sich mit seiner Idee der eyeBooks auseinanderzusetzen: programmierte und mit entsprechenden Hilfefunktionen versehe E-Books. Darauf basierend begann in der Folgezeit die Forschung und Entwicklung von Text 2.0.

Das Forschungsprojekt ist allerdings noch weit von einer Marktreife entfernt, da vor allem die Kosten und die Präzision der Eyetracker noch lange nicht auf einem Niveau sind, die einen erfolgreichen Einstieg in den Massenmarkt erleichtern.

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